Fragezeichen

Lohnvereinbarungen

Nachfolgend ein Überblick über Themen zur Lohnvereinbarung und der damit verbundenen gesetzlichen Bestimmungen. Anders lautende Vereinbarungen gemäss Gesamtarbeitsvertrag oder Einzelarbeitsvertrag sind möglich.

Stand: 2018

AHV/ALV

Alle Personen, die eine Erwerbstätigkeit ausüben müssen Beiträge an die AHV/ALV bezahlen. Eine Ausnahme bilden erwerbstätige Jugendliche bis zum Ablauf des Kalenderjahres, in welchem sie 17 Jahre alt werden.

Die Beitragspflicht an die AHV/ALV endet, sobald jemand das ordentliche Rentenalter erreicht und die Erwerbstätigkeit aufgegeben hat.

Wer nach Erreichen des Rentenalters noch arbeitet, muss weiterhin Beiträge an die AHV bezahlen (nicht aber an die ALV). Allerdings müssen bis zu einem jährlichen Einkommen von CHF 16’800 (monatl. CHF 1’400) keine Beiträge bezahlt werden.

Auch wenn landläufig von AHV-Beiträgen gesprochen wird, diese Beiträge beinhalten auch Beiträge an die IV und die EO.

AHV/ALV-Beiträge werden je zur Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer übernommen.

UVG

Alle Arbeitnehmenden sind gegen Berufsunfall (BU) zu versichern. Arbeitnehmende mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von über 8 Stunden sind zusätzlich gegen Nichtbetriebsunfall (NBU) zu versichern. Bei einem Unfall eines Arbeitnehmers sind durch die obligatorische Unfallversicherung 80% des versicherten Lohnes ab dem 3. Tag gedeckt. Zudem trägt die Unfallversicherung auch die Heilungskosten.

Grundsätzlich gilt: BUV-Beiträge übernimmt der Arbeitgeber, NBUV-Beiträge der Arbeitnehmer.

KTG

Arbeitgeber sind verpflichtet, bei Krankeit eines Arbeitnehmers den vollen Lohn für eine bestimmte Zeit zu entrichten (OR 324a). Es besteht keine Pflicht zur Krankentaggeldversicherung. Es ist aber im Interesse von Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Lohnfortzahlung über die gesetzlich festgelegte Zeit hinaus zu versichern. Im Gegensatz zum UVG werden Heilungskosten durch die private Krankenkasse abgedeckt.

Beiträge an die KTG-Versicherung dürfen zur Hälfte an den Arbeitnehmer überwälzt werden.

BVG

Personen, die von einem Arbeitgeber einen Jahreslohn von mehr als 21’150 Franken beziehen, müssen obligatorisch BVG versichert werden. Die Versicherung gegen die Risiken Tod und Invalidität läuft ab 1. Januar nach Vollendung des 17. Altersjahres. Das Altersparen beginnt am 1. Januar nach Erreichen des 24. Altersjahres.

BVG-Beiträge werden hälftig von Arbeitgeber und Arbeitnehmer getragen.

Ferienanspruch

Jeder Arbeitnehmer hat Anspruch auf wenigstens vier, Arbeitnehmer bis zum vollendeten 20. Altersjahr auf wenigstens fünf Wochen Ferien (OR 329a Abs.1, 345a Abs.3).

Arbeitnehmer von 50 und mehr Jahren haben von Gesetzes wegen nicht automatisch Anspruch auf eine fünfte Ferienwoche.

Ferienzuschlag bei Stundenlöhnern

Jeder Stundenlöhner hat Anrecht auf einen Ferienzuschlag. Jedoch sind Feiertagszuschlag und Anteil 13. Monatslohn freiwillige Leistungen.

Bei der Berechnung des Ferienzuschlags wird immer von 260 Arbeitstagen ausgegangen (52 x 5).

20 Tage Ferien: 20 : 240 = 8.33%
22 Tage Ferien: 22 : 238 = 9.24%
25 Tage Ferien: 25 : 235 = 10.64%

Überstundenzuschlag

Die Auszahlung von Überstunden erfolgt, sofern nichts anderes vereinbart, mit einem Zuschlag von 25 Prozent.

Bei Kompensation von Überstunden besteht dieser Anspruch nicht. Überzeit wird mit Freizeit gleicher Dauer abgegolten.

Quellensteuerpflichtige Spesen

Es gibt keine schweizweite Regelung, die Quellensteuerpflichtigkeiten werden kantonal festgelegt.

Es scheint aber der Grundsatz zu gelten, dass Pauschalspesen quellensteuerpflichtig sind, effektive Spesen (Spesen gegen Beleg) nicht. Effektive Spesen werden im Lohnausweis unter der Pos. 13.1 ausgewiesen, Pauschalspesen unter der Pos. 13.2.

Die Quellensteuerpflichtigkeiten sollten mit der Kantonalen Steuerbehörde abgesprochen werden.